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Spanende Bearbeitung
Die modernen Spritzgießsysteme ermöglichen die Herstellung komplexer,
hoch-präziser Kunststoffteile. Es gibt jedoch Fälle, in denen es nicht möglich oder unwirtschaftlich
ist, ein Werkzeug für ein ganz spezifisches Formteil herzustellen. Oder aber die zu engen Toleranzen
eines Fertigteils sind mit einer wirtschaftlichen spritzgießtechnischen Herstellung unvereinbar. Durch
eine nachträgliche spanende Bearbeitung von Teilen, die mit Hilfe einfach gestalteter und dadurch produktiverer
Werkzeuge hergestellt wurden, lassen sich hoch präzise Konturen innerhalb enger Toleranzen verwirklichen.
Die spanende Bearbeitung wird auch häufig eingesetzt, um aus stab- oder tafelförmigem Halbzeug mit hoher
Präzision Kleinserien relativ einfacher Teile herzustellen. Kunststoffe
können mit den in der Holz- und Metallverarbeitung gebräuchlichen Standardwerkzeugen bearbeitet werden.
Dabei ist es wichtig, dass die Werkzeuge scharf sind und ein leistungsfähiges Spanabfuhrsystem vorhanden
ist. Die Schnittgeschwindigkeiten dürfen nicht zu hoch eingestellt werden, um eine zu starke Erwärmung
zu vermeiden, da der Kunststoff sonst örtlich schmelzen und die Schnittgenauigkeit beeinträchtigt werden
könnte. Falls Kühlmittel eingesetzt werden, dürfen diese den Kunststoff nicht angreifen. Unsere technischen
Kunststoffe weisen allgemein eine gute Chemikalienbeständigkeit auf und werden von den üblichen Kühlmitteln
nicht angegriffen. Für Topas Cycloolefin-Copolymer (COC) sollten allerdings keine ölhaltigen Kühlmittel
verwendet werden, um die Bildung von Mikrorissen auf der Oberfläche zu vermeiden. Die
jeweiligen Bearbeitungsempfehlungen richten sich nach den zu bearbeitenden Materialien. Für praktische
Hinweise wenden Sie sich am Besten an den Hersteller des stab- oder tafelförmigen Halbzeugs.
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