Meilensteine in der Geschichte von Ticona, Celanese und Hoechst
1863 In Höchst am Main gründeten Carl Friedrich Meister, Eugen Lucius und Ludwig August Müller eine Fabrik zur Herstellung von Teerfarbstoffen, aus der später die Farbwerke Hoechst hervorgehen. Die ganze Belegschaft bestand anfangs aus dem Chemiker Adolf Brüning (ab 1865 Teilhaber), fünf Arbeitern und einem Kontoristen. Das erste Produkt ist Fuchsin, ein rotvioletter Farbstoff, der dem Unternehmen den Namen „Rotfabrik“ einbringt.
1868 John Wesley Hyatt erfindet mit Celluloid den ersten modernen Kunststoff. Sein Unternehmen wird zum Vorläufer der Celluloid Corporation.
1880 Mit dem Börsengang unter dem Namen „Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning“ erhält das Unternehmen die moderne Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht.
1883 Das umfangreiche Angebot an chemischen Vorstufen- und Zwischenprodukten wird um Arzneimittel erweitert. Das erste Produkt in diesem Bereich ist das fiebersenkende und schmerzstillende Antipyrin. Dies markiert den Wandel der Farbenfabrik zu einem vielseitigen Chemieunternehmen.
1901-15 Die ersten Niederlassungen entstehen in Moskau, Paris und Manchester. 1901 erhält Emil von Behring für seine Arbeit auf dem Gebiet der Serumtherapie den ersten Nobelpreis für Medizin. Kurze Zeit später werden auch Robert Koch und Paul Ehrlich, die beide eng mit Hoechst zusammenarbeiten, für ihre Forschungen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
1912 Der Chemiker Henri Dreyfus gründet zusammen mit seinem Bruder Camille und dem Unternehmer Alexander Clavel-Respinger in Basel die „Cellonit Gesellschaft Dreyfus & Co.“.
1913 Die Cellonit Gesellschaft nimmt ihre Geschäftstätigkeit auf und leistet wichtige Entwicklungsarbeit für die Herstellung fotografischer Filme. Das vielfältige Produktangebot umfasst auch Lacke für deutsche „Flugmaschinen“ und Zeppeline.
1916 Unter der Leitung von Henri Dreyfus wird die „British Celanese & Chemical Manufacturing Co.“ gegründet.
1917 In New York entsteht unter der Leitung von Camille Dreyfus die „American Cellulose & Chemical Manufacturing Company“ (Amcelle).
1921 Bei British Celanese werden die ersten Acetatgarne in Handelsqualität hergestellt.
1925-45 Die Farbwerke in Höchst gehören zusammen mit anderen großen deutschen Chemieunternehmen (darunter BASF und Bayer) zur I.G. Farbenindustrie AG.
1926 Celanese Canada wird gegründet.
 | 1927 Die Gebrüder Dreyfus erwerben eine Mehrheitsbeteiligung an der Celluloid Corporation. Ihre Tochtergesellschaft in den USA wird umbenannt in „Celanese Corporation of America“. Sie stellt Fasern, Kunststoffe und Chemikalien her und wird zu einem der größten Chemiehersteller Amerikas.
1941 Die Celanese Corporation of America fusioniert mit der Celluloid Corporation. |
1945-60 In den USA wendet sich Celanese der Erdölchemie zu und errichtet Produktionsanlagen in den texanischen Städten Bishop (1945), Corpus Christi (1946) und Pampa (1952), wo Acetaldehyd, Formaldehyd, Methanol und Aceton hergestellt werden. Celanese-Fasern bleiben jedoch das wichtigste Produkt des Unternehmens.
1951 Nach der Entflechtung der I.G. Farbenindustrie AG wird das Unternehmen als „Farbwerke Hoechst AG vorm. Meister, Lucius & Brüning“ neu gegründet. 1969 wird es in Hoechst AG umbenannt. In den folgenden Jahren wird die Rohstoffbasis von Kohle auf Erdöl umgestellt, und das Unternehmen nimmt die großtechnische Produktion von Synthesefasern, Kunststoffen und Polymerfolien auf. Gleichzeitig werden auch die traditionellen Arbeitsgebiete Farben, Pharma und Pflanzenschutz weiter ausgebaut.
 | 1961 Die Celanese Corporation of America und die Hoechst AG gründen die Ticona Polymerwerke als ein Joint Venture mit Sitz in Kelsterbach. 1963 beginnt in Kelsterbach die Produktion des Acetalcopolymers Hostaform® POM, einem Hochleistungs-Kunststoff für technische Anwendungen. |
1964 Celanese und Daicel Chemical Co., Ltd. gründen das Joint Venture Polyplastics Co., Ltd., um in Japan Polyacetal unter dem Handelsnamen Duracon® POM herzustellen.
1987 Hoechst übernimmt die Celanese Corporation, die daraufhin mit der American Hoechst Corporation zur Hoechst Celanese Corporation in den USA fusioniert. Die Aktivitäten von Celanese ergänzen das Geschäft von Hoechst in den Bereichen Fasern, organische Chemikalien, Basischemikalien auf Erdölbasis und Spezialchemikalien.
1988 Hoechst Celanese kauft die Firma Polymer Composites Inc. Im selben Jahr wird die Taiwan Engineering Plastics Company (TEPCO) als ein Joint Venture zwischen Hoechst Celanese, Hoechst AG, Polyplastics, der Chang Group aus Taiwan und Hoechst Taiwan gegründet.
 | 1992 Fortron Industries, ein Unternehmen zur Herstellung von Polyphenylensulfid (Fortron® PPS), wird von Hoechst Celanese und Kureha Chemical als Joint Venture gegründet. |
1994 Die Umstrukturierung des Hoechst-Konzerns beginnt mit einer neuen Organisationsstruktur, die auf globalen Geschäftseinheiten basiert.
1997 Die Hoechst AG wird in eine strategische Management-Holding umgewandelt. Ihre weltweiten Aktivitäten im Bereich Basischemikalien und Celluloseacetat werden mit den Phosphor- und Chloraktivitäten unter dem Dach von Celanese zusammengefasst, während die technischen Kunststoffe bei Ticona konzentriert werden, die als eigenständiges Unternehmen operiert.
1998 Hoechst gibt die geplante Ausgliederung der meisten seiner industriellen Chemieaktivitäten in die neue Celanese AG bekannt. Gemeinsam mit Rhône-Poulenc kündigt Hoechst außerdem die Zusammenführung der beiden Unternehmen zur neuen Aventis S.A. an.
 | 1999 Die Celanese AG ist als eigenständige Aktiengesellschaft an den Börsen in New York und Frankfurt notiert. |
2003 Blackstone Capital Partners kündigt ein Übernahmeangebot für den Erwerb aller ausgegebenen Aktien der Celanese AG an.
2004 Blackstone erwirbt rund 84,32 % der Celanese AG Aktien. Im Juli erfolgt das Delisting der Celanese Aktie von der New Yorker Börse. Ein Beherrschungs- und Gewinnabführungs- und Verlustübernahmevertrag zwischen der Celanese AG und der BCP Crystal Acquisition GmbH & Co. KG tritt zum 1. Oktober 2004 in Kraft.
November 2004 Die Blackstone Crystal Holdings Capital Partners (Cayman) IV Ltd., die bisherige Obergesellschaft der Celanese, wird in Celanese Corporation umbenannt. Celanese Corp. hat ihren Hauptsitz in Dallas, Texas, und ist die Holdinggesellschaft für die Celanese Americas Corporation und die Celanese AG. Die Celanese AG fungiert nunmehr als Dachgesellschaft der europäischen Geschäfte und der Asienaktivitäten.
2005 Celanese Corporation wird mit rund 40 % der Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE: CE) gelistet.
2006 Verkauf des globalen COC-Geschäfts von der Ticona GmbH / Celanese Corporation an die beiden japanischen Unternehmen Daicel und Polyplastics zum 1. Januar 2006. Die weltweiten COC Aktivitäten werden in die eigenständige Gesellschaft Topas Advanced Polymers eingebracht.
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